Die 4 verschiedenen Fundamente fürs Gartenhaus – mit Bauanleitungen

Punkt-, Streifen-, Plattenfundament oder gar Bodenplatte? Um einen festen Stand Ihres Gartenhauses auf ebenem Boden zu gewährleisten, ist ein solides Fundament unabdingbar. Damit Sie sich auch für den richtigen Fundamenttyp entscheiden, zeigen wir Ihnen hier eine kurze Übersicht inklusive Aufbauanleitungen.

1.   Bodenplatte für den Geräteschuppen

Das Fundament für ein kleines Gerätehaus ist relativ simpel und lässt sich auch gut selbst bauen. Hierzu muss lediglich eine Mulde ausgehoben werden, auf der dann Bodenplatten oder entsprechend Pflastersteine verlegt werden. So hat der Geräteschuppen einen stabilen Stand und ist vor Bodennässe geschützt.

 

Geräteschuppen mit Fundament

So geht’s

  1. Heben Sie die Erdfläche, auf der das Gerätehaus stehen soll, etwa 25cm tief aus. Achten Sie darauf, dass die ausgehobene Mulde auf allen Seiten einen 10cm breiteren Umfang besitzt als die Standfläche Ihres Geräteschuppens.
  2. Verteilen Sie auf der Mulde eine 10cm dicke Schicht Kies und darauf eine etwas dünnere Sandschicht. Begradigen Sie die befüllte Fläche anschließend sorgfältig mit einer Wasserwaage.
  3. Nun können Sie die Bodenplatten beziehungsweise Pflastersteine verlegen. Für die genaue Ausrichtung empfiehlt sich dabei ebenfalls die Verwendung einer Wasserwaage.
  4. Schlämmen Sie nun die Fugen sorgfältig mit Sand ein. Kontrollieren Sie jedoch vorab noch einmal mit der Wasserwage, ob die Fläche absolut ebenmäßig ist – denn nach der Einschlämmung lassen sich Unebenheiten nur schwer wieder ausbessern.
  5. Zur Stabilisierung der Bodenplatten können Sie abschließend noch eine Mörtelstütze an den Rändern anbringen.

Wie der Bau eines Fundaments für ein kleines Metallgerätehaus in der Praxis aussieht, können Sie hier nachlesen.

Frostsichere Fundamente für größere Gartenhäuser
Für größere Gartenhäuser ist eine Bodenplatte nicht mehr ausreichend – hier benötigen Sie ein frostsicheres Betonfundament, das für einen stabilen Halt sorgt sowie das Gartenhaus vor Bodennässe und Kälte schützt. Hierbei bieten sich diese drei klassischen Varianten an: • Die Fundamentplatte • Das Streifenfundament • Das Punktfundament. Welche dieser drei Fundamente am besten für Ihr Gartenhaus geeignet ist, hängt unter anderem von der Beschaffenheit des Baugrundes sowie von den jeweiligen Bestimmungen der Kleingartenanlage ab.

2.   Die Fundamentplatte (auch: Plattenfundament)

Diese Fundamentart wird bei Gartenhäusern besonders häufig verwendet, da sie von allen drei Fundamentvarianten am leichtesten selbst herzustellen ist. Vor allem für Baugrund mit geringer Standfestigkeit bietet sich die Fundamentplatte an, da hier die Last des Gartenhauses auf eine maximal große Fläche verteilt wird.

Der einzige Nachteil: Eventuell fallen bei dieser Fundamentvariante höhere Materialkosten an, da viel Beton eingesetzt wird. Zudem kann es bei schwer zugänglichen Gärten zu Transportschwierigkeiten des Betons kommen.

Beispiel Plattenfundament

Das Plattenfundament verteilt die Last auf eine maximal große Fläche.

So geht’s

  1. Heben Sie zunächst eine Grube von circa 30 bis 35 cm Tiefe aus. Diese sollte einen 10cm breiteren Umfang haben als die Grundfläche des Gartenhauses.
  2. Verschalen Sie anschließend den Rand der ausgehobenen Grube mit stabilen Brettern. Wichtig hierbei ist, dass Sie wirklich robuste Bretter verwenden, da der schwere Beton einen hohen Druck auf die Holzverschalung ausüben wird. Im schlimmsten Fall brechen sonst die Bretter und der Beton läuft in Richtung Rasen aus.
  3. Füllen Sie nun die Grube mit einer circa 15cm dicken Kiesschicht auf und verdichten Sie diese mit einer Rüttelplatte.
  4. Um den Beton später vor Frostschäden und aufsteigender Bodennässe zu schützen, bedecken Sie die Kiesfläche mit einer Folie aus Polyethylen (PE-Folie).
  5. Verteilen Sie schließlich sorgfältig den Beton auf der Fläche und ziehen Sie dabei eine Stahlmatte zwischen zwei Betonschichten ein. Diese stabilisiert die Betonmasse und darf aber auf keinen Fall über die Ränder Platte hinausgehen.
  6. Ziehen Sie als letzten Schritt mit einem Abzieher die Oberfläche aus Beton gerade und glatt.

3.   Das Streifenfundament

Dieses Fundament wird unter tragenden Wänden angelegt. Bei Gartenhäusern, die nur eine gleichmäßige und insgesamt geringe Belastung ausüben, kann das Streifenfundament außerdem ohne Bewehrung (=Stahlarmierung) gebaut werden.

Der Vorteil dieser Fundamentvariante: Sie spart Beton, da die Bodenplatte mit etwa 10cm wesentlich dünner ausfällt als bei der Fundamentplatte.

Der Nachteil des Streifenfundaments: Das Anlegen ist mit einem höheren Arbeitsaufwand verbunden. Um ein Abplatzen oder gar Sprengen des Betons zu vermeiden, muss das Streifenfundament in frostsicherer Tiefe gründen. Dafür ist in der Regel eine Grabentiefe von 80cm erforderlich – in sehr kalten Gegenden eventuell auch mehr. Je nach Größe des Fundaments wird für das Ausheben des Grabens also ein Minibagger oder ein Bauteam benötigt.

Bild Streifenfundament

Das Streifenfundament kann bei Gartenhäusern angelegt werden, die nur eine geringe Belastung ausüben.

So geht’s

  1. Stecken Sie die Außenmaße der Bodenplatte mittels Schnüren und Pflöcken ab.
  2. Heben Sie als nächsten Schritt innerhalb dieser Markierung einen circa 20cm tiefen Graben aus.
  3. Dort, wo später rund um die Bodenplatte die Außenwände errichtet werden, graben Sie nun Vertiefungen mit einer Tiefe von 60cm und einer Breite von 30cm. So ist die frostsichere Tiefe von 80cm gewährleistet.
  4. Prüfen Sie anschließend abhängig von der Bodenbeschaffenheit, ob eine zusätzliche Schalung per Spanplatten und Kanthölzern notwendig ist. Diese verbleibt dabei im Erdreich und dient später als Dämmung.
  5. Nachdem Sie die ausgehobene Fläche wie bei der Fundamentplatte mit einer Kiesschicht aufgefüllt haben, können Sie schließlich betonieren. Vergessen Sie auch hier nicht, eine Stahlmatte zwischen zwei Betonschichten auszulegen.

4.   Das Punktfundament

In der Regel baut sich das klassische Punktfundament aus neun Einzelfundamenten auf. Diese werden symmetrisch an den Außenwänden entlang und in der Mitte des Grundstücks angelegt.

Das Punktfundament eignet sich jedoch nur, wenn der Baugrund an allen Stellen ungefähr dieselbe Beschaffenheit aufweist. Andernfalls kommt möglicherweise keine ebene Basis zustande, da die Gefahr besteht, dass das Fundament unterschiedlich gesetzt wird.

Beispielbild Punktfundament

Das Punktfundament eignet sich nur bei ebenen Baugrund.

So geht’s

  1. Stecken Sie mit sich kreuzenden Schnüren zunächst ab, wo die einzelnen Fundamentlöcher auszuheben sind.
  2. Heben Sie anschließend quadratische Löcher mit einer Seitenlänge von 40cm und einer Tiefe von mindestens 80cm aus.
  3. Ist die Bodenbeschaffenheit eher leicht und sandig, sollten Sie alle Fundamentlöcher mit Brettern verschalen. Bei standfestem Boden können Sie jedoch auf eine Verschalung verzichten.
  4. Füllen Sie zuletzt die Löcher mit Beton auf. Da hierbei ohne Bodenplatte gearbeitet wird, achten Sie darauf, dass die Betonoberkanten der einzelnen Punktfundamente etwa 5cm aus der Erdoberfläche herausragen und alle plan in einer Ebene liegen. Überprüfen Sie dies am besten mit einer Schlauchwaage.

Für alle Fundamente gilt: Strom und Rohre vorher bedenken!

Egal, für welche Variante Sie sich letztlich entscheiden, sollten Sie folgendes beachten: Beziehen Sie von vornherein die später eventuell benötigten Kabelkanäle für Stromleitungen und Rohre für Sanitäranlagen in Ihre Planung mit ein und verlegen Sie diese in jedem Fall vor den Betonarbeiten! Beachten Sie zudem für die Leitungsverlegung, das Fundament ein wenig höher als den Boden anzusetzen, um diesen Bereich vor Bodenfeuchtigkeit zu schützen.

Weitere Infos zu den verschiedenen Fundamenten sehen Sie in unserem Video:

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Bilder: 1: © istock / CBCK-Christine; 2: © istock / illarionovdv; 3: © istock / Christoph Lemm; 4: © Gartenhaus GmbH/Familie Veerhuis;

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